Geldanlage in Fremdwährungen - was man beachten sollte
07.06.2011,Wem die Palette herkömmlicher Tagesgeldangebote nicht spannend genug ist, kann seit einigen Jahren sein Geld auch in Fremdwährungen anlegen. Gern genommen sind dabei neben den Weltleitwährungen US-Dollar, Yen und Britischem Pfund auch Exoten wie Südafrikanische Rand, Ungarische Forint, Neuseeland-Dollar oder auch Türkische Lira; und die gesamte Palette ist noch weitaus größer. Der Clou dabei: Zusätzlich zu oft hohen Zinssätzen kann man auch noch von Währungsschwankungen profitieren - oder eben nicht. Sinkt der Euro im Vergleich zur Einlagenwährung während des Zeitraums der Geldanlage, lässt sich ein manchmal nicht unerheblicher Zusatzgewinn einstreichen. Wenn der Euro allerdings steigt, ist der an sich hohe Zinsgewinn möglicherweise ziemlich geschmälert.
Es gibt zwei Wege zur Geldanlage in Fremdwährung: Erstens, den Weg ins Ausland und, zweitens, ein Fremdwährungskonto bei einer deutschen Bank. Der erste Weg ist in Zeiten des Online-Bankings relativ einfach, birgt aber neben dem Risiko der Währungssschwankungen zusätzliche Risiken. Konten bei ausländischen Banken sind natürlich auch nach ausländischen Kriterien abgesichert, etwa gegen Insolvenz. Die wenigsten Länder haben eine so gute Einlagensicherung wie Deutschland, wo zusätzlich zur gesetzlichen Einlagensicherung noch privatrechtliche Sicherungssysteme existieren. Kunden sollten sich also gut über die jeweilige Art der Einlagensicherung informieren. Ein weiteres Kriterium sind möglicherweise anfallende Überweisungs- und Umtauschgebühren beim Transfer des Geldes ins Ausland. Dass sich die Korrespondenz mit ausländischen Banken meist in Englisch, manchmal womöglich auch in anderen Sprachen abspielt, sollte ebenfalls beachtet werden.
Fremdwährungskonten bei deutschen Banken - oft auch als Währungskonten deklariert - bieten die Alternative. Doch befinden sich derzeit nur wenige Anbieter auf dem Markt. Die Palette beim Währungsanlagekonto der Comdirekt Bank beispielsweise reicht von Südafrikanischen Rand (3,0% Zinsen) über Mexikanische Pesos (2,5%), Türkische Lira (1,0% Zinsen) und Norwegische Kronen (0,5%) bis hin zu Tschechischen Kronen, Schweizer Franken oder US-Dollar, Britischem Pfund und Yen (alle 0,0%) . Auf Fremdwährungen spezialisiert ist die Volksbank Lübeck, die exklusiv das Starplan Online-Konto der luxemburgischen DZ Privatbank, die ebenfalls im Volks- und Raiffeisenbankverbund ist, vertreibt. Genau genommen handelt es sich also ebenfalls um ein Tagesgeldkonto bei einer ausländischen Bank, die Einlagensicherung ist mit bis zu 100.000 Euro aber mit der deutschen vergleichbar. Hier gibt es einen variablen Zinsatz der aktuell bei 4,6% liegt. Die Mindestanlagesumme beträgt hier 10.000 Euro. Die Risikohinweise der Bank füllen eine ganze A4-Seite, auch muss man auf die luxemburgischen Steuerregelungen achten.
Wer den Kick sucht und zusätzlich zu Tagesgeldzinsen mit Fremdwährungen spekulieren will, muss sich also umsehen und genau auf das Kleingedruckte schauen. Bis auf weiteres scheint da das herkömmliche Tagesgeld jedenfalls einfacher zu handhaben.
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